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Remuneration wird industriesystemförmig als Entgelt für Verausgabung gesehen. Reproduktion im klassischen Sinn. Was ist aber mit produktiven Ressourcen, die das Individuum befähigen sich weiterzuentwickeln? Lernen als Produktivkraft etc?

Parecon eine Gesellschaft wo alle Angestelltenmentalität haben?
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Darauf hat Andreas Exner hingewiesen. Die Artikulation und das freie Verhandeln ist im "Fasching der Planperiode" möglich, dann ist das System starr.
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Der Hauptkritikpunkt, dass an einer irrational übervergesellschafteten Produktionsstruktur angesetzt wird. Die Kritik am System der Arbeiten und Technologien hab ich bei Parecon noch nicht gelesen.

FranzNahrada: KritikAnParecon (Projekt)

Diskussion Links

"In PARECON – Participatory Economics – entwirft Michael Albert ein nach-kapitalistisches Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell. Hochgelobt und inzwischen in viele Sprachen übersetzt, beschreibt er ein komplexes, alle Lebensbereiche durchdringendes System jenseits der herrschenden Ökonomie von Ausbeutung und Privateigentum." http://www.parecon.de/

"Participatory Economics (Parecon for short) is a type of economy proposed as an alternative to contemporary capitalism. The underlying values are equity, solidarity, diversity, and participatory self management. The main institutions are workers and consumers councils utilizing self managed decision making, balanced job complexes, remuneration according to effort and sacrifice, and participatory planning. This page links to articles, interviews, talks, instructionals, Q/A sessions, and books about parecon and closely related matters." http://www.zmag.org/parecon/indexnew.htm

Der Wunsch, über eine irgendeine Form von Wirtschaftsmacht die dem Kapitalismus nachfolgende Gesellschaftsformation zu steuern, blendet systematisch den Blick auf die Arbeitsorganisation und Technikorganisation aus. Leider ist das auch ein Schwachpunkt bei Michael Albert. Dies soll im folgenden -- nach einer Darstellung der Kernpunkte - entwickelt werden, wobei der Umstand dass Albert die Diskussion um die nichtkapitalistische Alternative stimuliert sehr verdienstvoll ist. In diesem Sinn gehts um letzteres, wenn Albert sagt: ". Ich wünsche mir eine Diskussion, die entweder zur breiten Unterstützung der Parecon-Idee führt oder aber alternativ zur Entwicklung einer anderen, noch besseren Vision. "

Was sind die zentralen Thesen von Parecon?

A. Klassengesellschaft

"mostly, I reject trying to comprehend modern economies emphasizing only two classes and without reference to the comparably important coordinator class." (Michael Albert)

  1. Es gibt eine Eigentümerklasse, die das Monopol an den Produktionsmitteln innehat.
  2. Es gibt eine "Koordinatorenklasse", die ein Monopol auf interessante, erfüllende, sinnvolle, stärkende Arbeit hat

  3. Es gibt eine Arbeiterklasse, der die uninteressante, mühsame, monotone Arbeit übrig bleibt und die das Objekt sozialer Kontrolle und Fremdbestimmung ist.

"Stalin in seinen schlimmsten Tagen hätte nicht mal dran gedacht, den Leuten vorzuschreiben ob und wie lange sie während ihrer Arbeitszeit auf die Toilette gehen dürfen".
"Bei meinen Vorträgen in Gefängnissen habe ich nicht viel Wut gegen die Besitzerklasse gespürt, aber jede Menge von leidenschaftlichen Reaktionen "aus den Eingeweiden" gegen die Arroganz, Kühle und den Paternalismus der Koordinatorenklasse."

Reichtum lebt durch Armut, nicht neben ihr. Nur die produktiv gemachte Arbeit lässt diese Art von Reichtum wachsen.

"The owners do not prefer military expenditure because they are in love with the bomb, they simply do not want tohe benefit of the working class". Bezweifelt die Notwendigkeit so mancher militärischer Ausgaben sogar vom Kriegsgesichtspunkt.

B.Markt

"Der Markt ist das quintessentielle antisoziale System"
"Märkte sind die <single most catastrophic creation> in der Geschichte der Menschheit"

Warum? nicht weil der Markt einen strukturellen Gegensatz der Warenproduzenten ausdrückt, sondern weil dritte neben Käufer und Verkäufer aus der Transaktion ausgeschlossen sind. Ein einfaches Beispiel ist der Verkauf von Waffen, welcher zwar im Interesse von Käufer und Verkäufer ist, aber selten im Interesse der Gesellschaft ist. Genauso verhält es sich bei Suchtmitteln wie Alkohol und Nikotin; diese Fälle können in einem gewissen Ausmaß reguliert werden, aber die Logik von Märkten zieht momentanes individuelles Interesse stets vor langfristig gesehenes und allgemeines Interesse (Anarchopedia)

C. partizipatorische Ökonomie

C.1. Arbeiter- und Konsumentenräte

Entscheidungsmacht je nach Grad der Betroffenheit von einer Entscheidung, nicht "one person one vote"

C.2. Remuneration nach Anstrengung und Opfer (effort and sacrifice)

gegen

  1. privatbesitz und profit daraus.
  2. macht und herrschaft als verteilungsgrund ("thugs economy, you get what you can take").

  3. gegen bezahlung nach output der arbeit ("on top of luck in the genetic lottery I am showered with luck").

"Ask a professional surgeon if they would leave their professional path if they got less pay, if they want to take the position of a short order cook instead because it is better paid.".

"Remunerating output is economically dysfuncrional and morally unwise"

stattdessen:

"remuneration by duration, intensity, onerousness", remuneration for effort and sacrifice.

C.3. "Balanced Job Complexes"

"

Die partizipative Ökonomie lehnt eine gesellschaftliche Organisationsform entschieden ab, die bestimmten Leuten nur ausführende Tätigkeiten wie Putzen zuweist, während anderen die kreativen Aktivitäten und Leitungsfunktionen vorbehalten bleiben."(Serge Halimi)

Chirurgen die Bettpfannen putzen. Wenn Menschen erfüllende Arbeiten wir Kontrollfunktionen exklusiv zugestanden werden, dann hilft keine Demokratie und keine Partizipation gegen die sich reproduzierende Klassenstruktur.

"Market Socialism and Planned Socialism elevate the coordinator class".

"ie Trennung zwischen ausführenden und leitenden Funktionen ist so verpönt, dass die South End Press Genossenschaft die Michael Albert mit einigen MitstreiterInnen in der Aufbruchstimmung der 1960er-Jahre gegründet hat, irgendwann eines (von vier) Mitgliedern ausgeschlossen hat, das aus Furcht vor Fehlentscheidungen nicht die Programmgestaltung übernehmen wollte. Der Betreffende wollte dem gemeinsamen Ziel lieber auf seinem "subalternen" Posten dienen. Ausgeschlossen, wurde ihm entgegnet. Das Gesetz des Partizipalismus ist hart - und Gesetz bleibt Gesetz. " (Halimi)

C.4. "Participatory Planning" statt Märkten und Zentraler Planwirtschaft

"Doch Achtung: Ein System, dass vom einzelnen Menschen her die ganze heutige Komplexität der Produktion und des Konsums planen will - das riecht nach ziemlich vielen Sitzungen! Tatsächlich sieht Albert die Jahresplanung der Wirtschaft als mehrstufigen Diskussionsprozess. So haben alle BürgerInnen ihrem jeweiligen «Wohngebietsrat» (in dem sie selber auch Einsitz nehmen können) anzugeben, was sie im kommenden Jahr zu konsumieren gedenken. Dieser Rat prüft diese «Konsumpläne» auf ihre Machbarkeit und leitet sie zusammen mit kollektiven Konsumwünschen (etwa einem neuen Schwimmbad) an die nächsthöhere Instanz (die sich wiederum aus VertreterInnen der Wohngebietsräte zusammensetzt) weiter." WOZ-Rezension

Was die zentralen Kritikpunkte an Parecon?

Remuneration

"Effort" ist eine subjektive Grösse. Menschen sind verschieden und die Erledigung verschiedener Arbeiten fällt ihnen verschieden schwer. Genauso wie der demokratische Rassismus, der "Begabungen" und "Neigungen" mit der Hierarchie der Berufe korrelieren lässt, ist auch das Gegenstück, die Gleichmacherei, eine ziemlich massive Fremdbestimmung und Abstraktion.

Das Prinzip der Entlohnung mühsamer Arbeit ist ein Notbehelf, dem auf der anderen Seite jede Menge Strategien der Vermeidung mühsamer Arbeit entgegenstehen sollten.

Das Verhältnis von Produktion und Konsum

Remuneration wird industriesystemförmig als Entgelt für Verausgabung gesehen. Reproduktion im klassischen Sinn. Was ist aber mit produktiven Ressourcen, die das Individuum befähigen sich weiterzuentwickeln? Lernen als Produktivkraft etc?

Parecon eine Gesellschaft wo alle Angestelltenmentalität haben?

"marktförmiges" versus "planmässiges" Verhalten im Zyklus

Darauf hat Andreas Exner hingewiesen. Die Artikulation und das freie Verhandeln ist im "Fasching der Planperiode" möglich, dann ist das System starr.

Zentral vs. Dezentral

Der Hauptkritikpunkt, dass an einer irrational übervergesellschafteten Produktionsstruktur angesetzt wird. Die Kritik am System der Arbeiten und Technologien hab ich bei Parecon noch nicht gelesen.

Wie sieht die Alternative zur Alternative aus?

FranzNahrada/KritikAnParecon (last edited 2008-05-06 15:22:15 by FranzNahrada)

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